News 2017

Tiefe Preise für Kulturinstitutionen gefordert

Die Parteisektionen starten mit dem Thema «Kulturförderung» in den Wahlkampf. Nationalrat Matthias Aebischer erläuterte als Referent seine Sichtweise.

Die Malerin Clara von Rappard und der Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer: Mit diesen beiden Persönlichkeiten hat die SP Matten den Wahlkampf für den Gemeinderat vom September eingeläutet. Nach einem Rundgang des Rappardweges im Rugen unter Führung von Thomas Meier und Tino Moser konnte Parteipräsidentin Branka Fluri in der Trinkhalle Matthias Aebischer begrüssen. «Wer sich in früheren Zeiten mit Kultur beschäftigte, musste Geld haben, wie das Beispiel Clara von Rappards zeigt», sagte Aebischer und war damit bei seinem Thema: «Warum soll die öffentliche Hand Kulturförderung betreiben?» Kunst und Kultur seien zwar schwer zu definieren, aber es brauche sie, um weiterzudenken und die tägliche Tretmühle zu verlassen. Kultur sei für ihn «identitätsstiftend, integrierend, horizonterweiternd, verständnisfördernd, unterhaltend, verbindend, inspirierend – und Kunst darf auch schön sein.»

Aebischer erläuterte am Beispiel des Alpinen Museums Bern die Schwierigkeit, klare Kriterien bei der Finanzierung von Kultur einzuhalten. Die Ausführungen gaben Anlass zu einer animierten Debatte im Publikum. Im Zentrum stand die Frage um privates Kultursponsoring. Wo liegen die Grenzen? Aebischer vertritt die Ansicht, dass jede Institution ihre Grenzen selbst setzen müsse. Ein Sponsor dürfe sich inhaltlich nicht einmischen, aber ohne Gelder aus privaten Spendern gehe es nicht. Einzelne Stimmen aus dem Publikum fanden, dass die elitäre Spitzenkultur im Verhältnis zur publikumsnahen Kunst zu viele öffentliche Gelder erhalte. Die SP müsse darauf hinarbeiten, dass die Eintrittspreise für alle Kulturinstitutionen möglichst tief gehalten werden.